Danke Lale Akgün
Juli 11th, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Sie kommt nach dem Motto „Ich mach´ mir die Welt, wie sie mir gefällt“ daher gehüpft und hält Vorträge über Islam und Integration. Hört man sich ihre jüngsten Thesen über den Islam an, kann man leichtfertig den Glauben annehmen, das sie heimlich islamische Theologie studiert haben muss. Lale Akgün ist beliebt bei den Islamkritikern für ihren ausgehöhlten Islam und gehört zu dem kleinen muslimischen Personenkreis die in Deutschland als liberale Vorzeigemuslime ins Rampenlicht gerückt werden.
Aktuell soll Akgün bei einer Buchvorlesung in der Koblenzer Uni behauptet haben, dass den Muslimen ihre Religion nicht wichtig sei. Auch sie begeht also den Fehler über “die Muslime” als eine heterogene Gruppe zu sprechen. Sie kämen als Arbeiter nach Deutschland und nicht um zu beten. Wir holten Arbeiter doch es kamen Menschen verwirft sie hier dem Anschein nach gänzlich.
Akgün spricht bei ihrer abenteuerlichen Islam und Integration Vorlesung auch den muslimischen Dachverbänden ihren Vertretungsanspruch ab. Sie würden nur 20% der Muslime vertreten. Nichts Neues. Das bei Muslimen ein Mitglied pro Familie in den Moscheen offiziell vertreten sind scheint auch bei Frau Akgün immer noch nicht angekommen zu sein. Wie denn auch, wenn man so wenig im muslimischen Mainstream verankert ist? Akgün scheint ihren eigenen Islam zu leben, was selbstverständlich OK ist. Doch wenn eine Person die anscheinend mit dem Leben eines Durchschnittsmuslims sehr wenig vertraut ist Vorlesungen hält die ein verzerrtes Bild darstellen und verallgemeinernt ausfallen bringt einen schon stark zum grübeln. Warum überlässt sie islamische Themen nicht den Islamwissenschaftlern oder Theologen und bleibt in ihrem Fachgebiet?
Die Rhein-Zeitung schreibt: „Zu den Moscheevereinen gehören ihrem [Akgüns] Wissen nach eine dünne Funktionärselite und ansonsten sozial und sprachlich schlecht vernetzte Menschen an. Es ist also nicht Religion, die der Integration im Weg steht.“
Diese Aussage wirft mich doch nun wirklich um. Die meint das doch nicht ernst oder? Wenn ich das also richtig verstehe gehören viele von uns, die in Moscheevereinen aktiv sind, entweder der „Funktionärselite“ an – was das auch immer sein soll – oder sind einfach sprachlich schlecht vernetzt. Diese billige Behauptung ist nicht nur frech, sondern auch eine Lüge vom Feinsten. Sie reduziert Muslime aus Moscheevereinen zu potenziellen Integrationsverweigerern. Das gerade diese Moscheevereine Integrations- und Sprachkurse anbieten und meist Orte des interreligiösen und interkulturellen Dialogs sind ist ihr anscheinend nicht bekannt.
Des Weiteren erfindet Akgün in ihrer Buchlesung den Islam neu. Angefangen bei ihrer akgünschen Kleidungsvorschrift dürfen Muslime neuerdings auch Alkohol trinken. Auch Sex vor der Ehe ist jetzt ein neuer Erlass. Wir Muslime dürfen uns nun über unsere neuen Freiheiten erfreuen. Danke Frau Akgün, dass sie die Praktiken über religiöse Ge- und Verbote nicht dem Einzelnen überlassen, sondern gleich ein islamisches Rechtsgutachten herausgeben. Wir vertrauen ihrer theologischen Kompetenz und werden natürlich ihr Urteil annehmen.
Frauen mit Kopftuch sind unterdrückt und unter Zwang. Auch keine neue Unterstellung. Und was ist mit denen die das Tuch freiwillig tragen? Auch diesen Frauen spricht Lale Akgün den eigenen Willen ab. „Ich bin Psychotherapeutin. Was glauben Sie, was Menschen alles glauben, freiwillig zu tun?!“
Das ist in meinen Augen Perversion pur. Unsere Islamexpertin urteilt einfach über andere Menschen und stempelt sie als bevormundet ab. Kopftuchträgerinnen werden von ihr so zu unmündigen Opfern reduziert, die weder selbst denken können noch fähig sind etwas freiwillig zu tun. Lale Akgün scheint bei diesen Unterstellungen keine Schamgefühle zu haben.
Wie fremd muss einem die deutsch-muslimische Mitte sein, damit man solche Fehlanalysen trifft? Und wie kann man so der Überheblichkeit verfallen, dass man selbst den Anspruch erwägt anderen Menschen unterstellen zu dürfen sie würden unter Zwang handeln? Da darf man sich nicht wundern, wenn man aus muslimischer Seite wenig Zuspruch erhält und sich selbst isoliert.